Buch-Review “Personal Development for Smart People”

14. Oktober 2008

Seit längerem lese ich schon mehr oder weniger regelmäßig den Blog von Steve Pavlina. Steve hat vor kurzem sein erstes Buch zum Thema Persönlichkeits-Entwicklung veröffentlicht und Bloggern ein kostenloses Vorab-Exemplar versprochen, wenn man denn ein Review auf seinem Blog veröffentlichen würde.

Das mit dem Vorab-Exemplar hat nicht ganz geklappt, denn durch irgendeinen Fehler wurde sein Buch zu früh veröffentlicht. So hatte ich mein Vorab-Exemplar nur wenige Tage vor der tatsächlichen Veröffentlichung - und auch nur als PDF. Die Anfrage war wohl so groß, dass der Verlag außerhalb der USA Versandkosten sparen wollte und europäische B- und C-Blogger sich mit einem PDF begnügen mussten. Andererseits: In Steves Foren wünschen sich einige Leser ein PDF zum unterwegs-lesen, offiziell gibt es das Buch nur in einer Kindle-Version, daher war das Vorab-PDF dann doch irgendwie was Besonderes… Die Print-Version habe ich aber inzwischen auch ganz normal bekommen (also gekauft). Es soll auch demnächst irgendwann eine deutsche Übersetzung geben - ich beziehe mich aber auf das englische Original und daher können meine Übersetzungen von denen der zukünftigen deutschen Ausgabe abweichen.

Ok, aber das ist ja nur unwichtiges Vorgeplänkel, es geht ja um den Inhalt. Steve verspricht, grundlegende Prinzipien der Persönlichkeitsentwicklung aufzustellen und praxisnah zu erläutern. Kein unwichtiges Thema für einen Entrepreneur.

Die Grund-Prinzipien sind Wahrheit (Truth), Liebe (Love) und Macht (Power). Daraus kann man weitere Prinzipien kombinieren, nämlich das Einssein (Oneness, abgeleitet auf Wahrheit und Liebe), Autorität (Authority, abgeleitet aus Wahrheit und Macht), Mut (Courage, abgeleitet aus Liebe und Macht), sowie Intelligenz (Intelligence, abgeleitet aus allen dreien: Wahrheit, Liebe und Macht). Persönlichkeitsentwicklung bedeutet laut Steve dabei, dass man seine Handlungen zunehmend an diesen Grundprinzipien ausrichtet.

Die Beispiele und Übungen, die Steve dabei nutzt, sind dabei nachvollziehbar. Ob das Ganze für mich auch funktioniert, konnte ich noch nicht rausfinden - bisher habe ich das Buch nur durchgelesen, nicht durchgearbeitet. Aber was ich schonmal sagen kann, ist dass Steves relativ abstrakte Denkweise mir sehr entgegen kommt. Steve ist ein ehemaliger Programmierer und hat daher ähnliche Gedankenstrukturen wie ich, weil ich ja auch tief in der Software-Welt verwurzelt bin.

Ist das nun ein gutes Buch? Ich sage ja und begründe das genauso wie Steve selbst es begründet: viele andere Persönlichkeits-Entwicklungs-Bücher, Ratgeber oder ähnliches fokussieren ein Thema und geben auch mehr oder weniger passende Tipps zu diesem einen Thema. Sie zeigen aber keine Prinzipien auf, die sich auch auf andere Themen übertragen lassen. Und das ist die Stärke von Steves Buch, seine Grundprinzipien sind so abstrakt, fast philosophisch, dass sie auf alle möglichen Themen angewendet werden können. Und obwohl sie abstrakt sind, sind sie trotzdem einfach gehalten und lebensnah. Sie setzen bei den Ursachen an, nicht bei den Symptomen. Damit liefern sie natürlich auch keine schnelle Symptom-Beseitigung, sondern erfordern wirkliche Arbeit an sich selbst.

Lesenswert ist das Buch auf alle Fälle. Wer zweifelt, sollte sich halt mal Steves Blog anschauen, da kriegt man schon ein Gefühl dafür, wie er denkt und schreibt, und ob dies einem selbst liegt.

Die Einführung und das erste Kapitel gibt es zum Probelesen als PDF. Das Buch gibt’s (bisher nur in Englisch) zu kaufen bei Amazon.de.
Update: Auf Deutsch ist es vorbestellbar.

23. Forum Kiedrich Gründermarkt

1. Juli 2008

Am Samstag, dem 28. Juni 2008, fand der 23. Forum Kiedrich Gründermarkt in den Räumlichkeiten von CSC in Wiesbaden statt. Ich war als “Alumni” dabei, d.h., ich habe dort als Gründer vor längerer Zeit, im Februar 2006, mal selbst präsentiert. Über den 19. Forum Kiedrich Gründermarkt hatte ich auch schonmal berichtet. Der prinzipielle Ablauf ist dort beschrieben.

Nach der Begrüßung ging es los mit einem Vortrag von Prof. Dr. Em. Matthias Haller, der als Präsident der Stiftung Risiko-Dialog in St. Gallen über Chancen- und Risikomanagement referierte. Der wichtigste Punkt aus seiner Sicht ist, dass Chancen und Risiken nicht normalverteilt sind, also nicht der Gauß-Kurve folgen, wie das üblicherweise angenommen wird. Stattdessen ist die Kurve in Richtung Risiko flacher und läuft damit auch weiter von dem Punkt der höchsten Wahrscheinlichkeit weg. Oder etwas platter ausgedrückt: wenn’s knallt, dann richtig. Das ist vor allem für die Versicherer und Rückversicherer wichtig, denn die müssen mit sehr hohen Schadenshöhen bei recht geringen Wahrscheinlichkeiten klarkommen (siehe z.B. 9/11).

Für Gründer sei vor allem wichtig, dass sie chanceorientiert arbeiten. Ohne das Streben nach den Chancen sei ein Risikomanagement wertlos, denn die Gründer müssen sich ja erstmal etwas erarbeiten, bevor sie das dann defensiver betrachten können. Also: “Augen zu und durch”.

Ein Großteil des Vortrags widmete sich einem Thema, in welchem das Risikomanagement definitiv schlecht bis garnicht gehandhabt bzw. sogar in betrügerischer Weise ignoriert wurde: den Subprime Krediten. Anhand von Zeitungsausschnitten machte Prof. Haller klar, dass die Risiken keineswegs unbekannt waren, sondern schon vor Jahren in seriösen Tages- und Finanzmarkt-Zeitungen nachgelesen werden konnte. Riskante Kredite wurden als neue Produkte definiert und diese neuen Produkte dann relativ zueinander einem Rating unterzogen. D.h. die Besten der Schlechten bekamen eben Bestnoten. Und dies wurde wohl nachweislich auch von großen und bekannten Banken bewusst in Kauf genommen. Ein schönes Zitat dazu von Prof. Haller: “Ich finde, die Welt ist zu wertvoll, um sie ein paar Investmentbankern zu überlassen”.

Danach ging’s zum eigentlichen Sinn der Veranstaltung: den Gründervorträgen. Ich habe mir die erste Gruppe angehört, denn da gab’s mehr Mobile-Themen. Während bei der letzten Veranstaltung gerade Social Networks in waren, wurden diesmal immerhin 4 Mobile-Themen vorgestellt. Der Hype hat sich etwas verschoben… Aber auch ansonsten gab’s interessante Ideen für effizientere Parkraumbewirtschaftung, mobile Geldautomaten, Softwareentwicklung ohne Sourcecode und vieles mehr. In der verlängerten Mittagspause konnte ich gut netzwerken und vielleicht ergibt sich die eine oder andere Kooperationsmöglichkeit mit den Mobile-Startups.

Die Seminare am Nachmittag drehten sich um Unternehmensfinanzierung, Markenpositionierung und Versicherungen. Zum Abschluss dankte Herr Plönzke, Mit-Initiator und Gesellschafter des Forum Kiedrichs, allen Mitwirkenden und entließ uns ins Wochenende.

Wie geht’s weiter?

18. Dezember 2007

Nachdem meine Posting-Frequenz in letzter Zeit eher gering war, will ich dann doch auch mal schreiben woran es denn liegt. Erstens bin ich mit der Arbeit bei Zelfi sehr ausgelastet und habe generell wenig Zeit zum Schreiben. Aber es fehlte auch an der klaren thematischen Fokussierung dieses Blogs. Und daran werde ich was ändern bzw. habe es teilweise schon geändert.

Zelfi Themen werden jetzt in einem eigenen Blog behandelt, dem Zelfi Blog. Private Themen werde ich auch meiner privaten Homepage veröffentlichen, sobald ich diese zum Blog umgebaut habe.

Auf diesem Blog werde ich daher in Zukunft nur noch Themen behandeln, die allgemein etwas mit Entrepreneurship, der Startup-Szene, dem Internet-Business und Ähnlichem zu tun haben. Ich denke, dass die thematische Fokussierung dem Blog gut tut und mir auch das Schreiben etwas erleichtert.

Twitter Mania

21. April 2007

Nachdem ich bei Robert öfters mal was über Twitter gelesen habe (zuletzt Twitteria), musste ich mich mal selbst um das Thema kümmern. Ich habe mir daher selbst einen Account zugelegt.

Was Twitter ist, dürfte den meisten inzwischen bekannt sein: total Nonsense, total erfolgreicher Nonsense! Ein Mittelding aus Blog und Instant Messenger. Community-Funktionen, wie es sich für ein richtiges Web2.0 Unternehmen gehört, Pastell-Farben, halbtransparentes Logo (zum Glück ist Zelfi kein Web2.0 Unternehmen ;-)). Man kann sich seine “Freunde” zusammenklicken und denen und dem rest der Welt mitteilen, was man gerade macht. Und das in nur 140 Zeichen. Die Updates der Freunde bekommt man übers Web, über seinen Instant Messenger und über Handy. Updates verschicken kann man über die gleichen Medien. Soweit, so unspektakulär. Aber Twitter hat es trotzdem geschafft, in sehr kurzer Zeit über 100.000 Nutzer zu generieren. Wenn man sich die Berichterstattung in den Medien anschaut, klingt 100.000 aber gar nicht so viel…

Wie macht Twitter Geld? Im Moment wahrscheinlich überhaupt nicht! Im Gegenteil, das Versenden der Updates per SMS kostet irre viel Geld. Wie wird Twitter irgendwann mal Geld verdienen? Ich würde mal schätzen, dass irgendwann Werbung auf der Seite erscheinen wird. Bezahl-Modelle kann ich mir nicht vorstellen, dafür ist die Funktionalität zu profan und auch einfach zu unwichtig bzw. durch andere Medien ersetzbar. Geht wahrscheinlich von der Zielgruppe her in die selbe Richtung wie mySpace, jedoch ohne die Musik-Komponente, die mySpace mit groß gemacht hat.

Das Verschicken von Updates via SMS hat für deutsche Nutzer im Moment noch einen Haken: die Rufnummer, an welche man die Updates schicken muss, ist eine Nummer in Großbritannien, und als solche bei vielen deutschen Mobilfunkbetreibern teurer als die Standard-SMS. Dafür gibt’s zwei Lösungen: a) Zelfi-SMS und b) einen speziellen Client von Cellity.

Die 4 Stunden Woche ist nur 5 Tage entfernt

19. April 2007

Denn am 24.04. erscheint das Buch von Timothy Ferriss: The 4-Hour Workweek (bei Amazon). Ich muss sagen, dass ich bisher nach der Formel gelebt habe: selbstständig arbeiten = selbst + ständig arbeiten. Das ist auch insofern ok, als dass mir die Arbeit Spaß macht. Aber ich gebe Tim recht in dem Sinne, dass man, egal ob als Angestellter oder Unternehmer, den Wert seiner Arbeit richtig einschätzen können muss. Dazu gehört auch und vor allem, dass man die richtigen und wichtigen Aufgaben erledigt.

Ok, leicht gesagt, aber was sind die wichtigen Aufgaben? Tim hat natürlich ein paar Tipps auf Lager, die teilweise auch altbekannt sind: das 80/20 Prinzip - angewendet auf verschiedene Bereiche im Leben. Themen bündeln, um nicht so viel Zeit mit Themenwechseln zu vergeuden. Und noch ein paar andere.

Interessant wird es aber beim Thema Outsourcing: Er lässt alle Dinge, die sich einfach delegieren lassen, von indischen Spezialisten erledigen. YMII - Your Man in India z.B. erledigt solche Dinge.

Woher ich das weiss, wo das Buch doch noch gar nicht erschienen ist? Der Podcast von Timothys Rede beim South By Southwest (SXSW) Festival ist echt hörenswert.

Ich denke, ich werde mir das Buch mal anschauen und mir ein paar Inspirationen holen, wie ich meine Zeit sinnvoll einsetze.

Noch ein paar weitere Links zum Thema:

Lebenszeichen

22. März 2007

Hi zusammen, wollte nur mal kundtun, dass ich noch lebe und auch vor habe, diesen Blog weiter zu betreiben. Im Moment habe ich einfach ein bisschen wenig Zeit beziehungsweise andere Dinge mit höherer Prio als Blog-Schreiben. Aber ich habe schon ein paar Ideen zu neuen Blog-Postings, die ich demnächst mal einstellen werde.

Die Power-Nacht - Dirk-Michael Lambert macht Unternehmer neidisch. Oder so…

7. November 2006

Nachdem ich ein paar Mal Werbung für die “Power-Nacht für Selbstständige und Unternehmer” in meinem (physischen) Briefkasten hatte, wollte ich gerne wissen, was es damit auf sich hatte. Die Werbung stellte zahlreiche Referenzen vor, die mit Hilfe der “Power-Nacht” binnen kürzester Zeit ihren Umsatz vervielfacht haben. Außerdem kündigt sie eine “Erfolgs-Fibel für Unternehmer” und eine CD mit Audio-Mitschnitt des Abends an. Hört sich ja toll an - und macht mich direkt sehr skeptisch. Also mal nach dem Veranstalter Lambert Akademie und dem Referenten Dirk-Michael Lambert gegoogelt und: Nichts! Nichts! NICHTS!

Das kann doch nicht sein, denkt sich der gemeine Internet-Unternehmer. Und da ich schon seit 4 Wochen kein Verkaufs-, Motivations- oder sonstiges Seminar mehr mitgemacht hatte, kann man das ja mal mitnehmen. Die 88,- Euro netto sind ja noch erträglich, das Steigenberger Metropolitan Frankfurt ist auch gut erreichbar, und außerdem steht mit hier diesem Posting endlich was im Netz, so dass zukünftige Interessenten mal eine Meinung (als nichts anderes bitte das Posting verstehen…) nachlesen können, bevor sie dieses Seminar buchen.

Das Seminar ging von 18:30 Uhr bis ca. 22:45 Uhr, zwischendrin 25 Minuten Pause mit Häppchen und (überteuerten) Getränken. Inhalt waren zum großen Teil altbekannte Erfolgskonzepte wie Zielsetzung, Fokussierung, positives Denken, die Kraft der Gedanken, usw.. Ein weiterer Themenschwerpunkt war das Marketing. Mit vielen Beispielen aus der Praxis war alles leicht verständlich, nachvollziehbar und hat mir persönlich auch ein paar Anregungen gegeben, die ich direkt heute auf mein Geschäft angewendet habe.

Der Stoff wurde motivierend und solide rübergebracht. Der Vortragsstil war irgendwas zwischen mitreißend und manipulativ, jedenfalls hat er das Publikum sehr stark eingebunden und - meiner Einschätzung nach - viele zum Nachdenken und vielleicht sogar zum Umdenken gebracht.

Herr Lambert gab jedoch mit recht hoher Frequenz auch immer wieder seine Referenzen und seine eigenen Erfolgsgeschichten zum Besten. Geschmückt wurde das immer mit Palmenbildern und dem Hinweis, dass er selbst 3 Monate im Jahr auf Hawaii verbringt. Will er die Teilnehmer neidisch machen? Oder braucht er das zur Selbstdarstellung?

Nach dem Thema Marketing referierte Herr Lambert noch über die Kraft der Gedanken, das “geistige Internet” und die “Frequenzen, auf denen alle Menschen weltweit miteinander jederzeit kommunizieren”. Hier wurde es mir etwas abgedreht. Ich bin halt doch eher in der physischen (und der virtuellen) Welt zuhause, das ist für mich eine Stufe zu esoterisch. Aber jedem das seine. In der Konsequenz, dass das gedankliche Manifestieren von Zielen und die innere Einstellung zum Erfolg führen, bin ich durchaus d’accord.

Den Abschluss des Abends bildete ein Werbeblock für die 3-Tages-Seminare und weiteren Angebote der Lambert-Akademie. Die 3-Tages-Seminare sind mit 1950,- Euro dann schon eine andere Preisliga als die Power-Nacht. Aber es gab auch ein paar kleine Schnellbucher- und Lebensgefährten-Rabatt-Aktionen, die den Preis relativieren.

Bleibt also die entscheidende Frage: Lohnt’s sich? Für mich ein klares Ja. Da das Zelfi Geschäftsmodell ja sehr gut skaliert, kann eine einzige Anregung, wie die, die ich aus dem Abend direkt mitgenommen habe, sehr viel mehr wert sein, als die Kosten des Seminars. Auch wenn der Lernstoff zum größten Teil bekannt war, muss man sich durch solch ein Seminar ab und zu mal in den Hintern treten lassen, das vorhandene Wissen auch anzuwenden. Das 3-Tages-Seminar werde ich mir aber vorerst nicht gönnen. Denn zu 100% bin ich von dem Referenten nicht überzeugt. Ich werde mir eher weitere Kurzveranstaltungen wie gestern abend anderer Referenten anschauen und dann mal weitersehen.

Besser als Kino II

7. November 2006

In irgend einem gar nicht so alten Hochhaus in Frankfurt a.M. wird schon seit Tagen an der Gebäudetechnik gearbeitet, weil diese nicht so funktioniert, wie man sich das beim Bau vorgestellt hat. Genauer geht’s um die Klimatisierung, Heiz und Kühlschläuche in den Decken und in den Pfeilern und sowas (man weiss nie, wie warm man sich anziehen soll, da es mal heiss, mal kalt ist).

Nun haben eifrige Installateure ein paar Tage lang das Gebäude auf den Kopf gestellt (während ganz normal weitergearbeitet wurde) und irgendwas an den Heiz- und Kühlrohren in der Zwischendecke verändert.

Ein älterer Installateur steht direkt vor der Bürotür im Flur. An seinem Gürtel hängt ein Walkie-Talkie. Aus dem Walkie-Talkie ertönt der Ruf “Christian!”. Der Typ rührt sich nicht, sondern steht weiter im Flur rum. Nach ca. einer Minute kommt wieder ein Ruf “Christian!”, diesmal etwas lauter, aus dem Walkie-Talkie. Der Typ rührt sich immer noch nicht. Kurz danach kommt der Schrei “Christiiiaaannnn!!!!” aus dem Walkie-Talkie. Typ überlegt kurz, geht ans Walkie-Talkie und sagt “Hallo, hier ist Bernd, ich habe Christians Walkie-Talkie”.

Die Stimme am anderen Ende der Funkstrecke sagt: “Hallo Bernd, wo bist Du?”. Bernd antwortet: “Im achten” (Stockwerk, Anm. der Redaktion). “Und wo ist Christian?”. “Im sechsundzwanzigsten”. “Hast Du ‘ne Leiter dabei?”. “Ja”. “Alles in Ordnung?”. Bernd schaut die Leiter an, die ein paar Meter weiter an der Flurwand lehnt. “Ja, alles in Ordnung”. Die andere Stimme “Also sind die Ventile auf?”. Bernd rafft endlich, was die Frage nach dem In-Ordnung-Sein wohl zu bedeuten hatte, nimmt die Leiter, klettert hoch, guckt, klettert wieder runter und berichtet stolz “Alle Ventile sind zu!”. Andere Stimme “Die sind offen!”. Bernd: “Nein, die sind zu!”. Andere Stimme: “Aber ich habe sie doch aufgeschaltet”. Bernd: “Sind aber zu”. Andere Stimme: “Dann komm mit der Leiter in den zehnten”.

Nach diesen Vorkommnissen hat sich zwei Tage lang kein Installateur im achten blicken lassen und es war ziemlich kalt. Seit kurzem scheinen die Warmwasser-Ventile aber wirklich auf zu sein :-).

Wenn ich es schon mit Kino vergleiche, bleibt diesmal die Frage, ob es eine Komödie oder eine Tragödie war.

Besser als Kino I

Ignition Mainz 06

11. Oktober 2006

Am 7. Oktober fand in Mainz im Hyatt Hotel die Gründermesse “Ignition” statt. Einen Tag lang präsentierten sich zahlreiche Aussteller rund um Gründung, Technologie und natürlich jede Menge Berater. Dazu fanden insgesamt 21 Workshops statt.

Die Ignition habe ich nach 2005 zum zweiten Mal besucht. Wie schon beim letzten Mal sind meine Eindrücke durchwachsen. Die Messe wird veranstaltet von den Wirtschaftsjunioren Mainz, dazu kommt natürlich auch noch die lokale Politprominenz.

Hyatt Mainz Die Aussteller: Technologiezentren Mainz, Ludwigshafen, Banken KfW, ISB, Volksbank, Sparkasse und DeuBa, IHK, Handwerkskammer, diverse Berater und Beratungsunternehmen, Business Angels Koblenz und Rheinhessen, Franchise Netzwerke, und viele mehr - insgesamt 50 Aussteller.

Die Workshops: besucht habe ich “Wie gewinne ich Neukunden”, “Beteiligungskapital”, “Permanentes Sitzen macht uns krank”, “Woran Unternehmen scheitern” und “Öffentlichkeitsarbeit”. Die Qualität der Workshops war sehr durchwachsen - zwei der fünf waren gut.

“Wie gewinne ich Neukunden” war eine recht unterhaltsame, motivierende und durchaus auch lehrreiche Veranstaltung. Der Referent ist ein Verkaufstrainer, sehr energiegeladen - genau so stelle ich mir Verkaufstrainer vor. Auch wenn mir der Inhalt nicht ganz unbekannt war, so ist es doch immer mal wieder gut, sich die wichtigen Dinge des Verkaufens als “Tritt in den Hintern” reinzuziehen.

Der Workshop über Beteiligungskapital war dagegen nichts Neues - all die gegebenen Informationen kann man sich auch in den Broschüren der ISB in einer etwas strukturierteren Form holen.

“Permanentes Sitzen macht uns krank” war eine Werbeveranstaltung eines Bürostuhl-Herstellers zusammen mit einem lokalen Büroausstatter. Ist ja ganz nett, dass es tolle Bürostühle mit ausgefeilter, wirbelsäulengerechter Mechanik gibt. Aber auf einer Gründermesse Bürostühle für € 1.600,- anzubieten, ist irgendwie unpassend. Und die beiden referierenden Damen fielen sich immer gegenseitig ins Wort, also auch rein werbetechnisch halte ich die Veranstaltung für wenig gelungen. Nach dem Vortrag habe ich mal probegesessen - sitzt sich echt bequem und natürlich viel besser als auf unseren alten, klapprigen Drehstühlen aus dem letzten Jahrtausend. Aber da auch meine Nachfrage nach alternativen Finanzierungsformen wie z.B. Leasing auf Unverständnis stiess, kommen diese beiden Damen wohl erstmal nicht mit Zelfi ins Geschäft…

Ignition 06 “Woran Unternehmen scheitern - und was man dagegen tun kann” rief direkt am Anfang ein stilles ROTFL in mir hervor. Grund für das Scheitern sei meist eine zu geringe Eigenkapitalausstattung - 15% sollten es schon sein. Also erstens könnte jedes Scheitern eines Unternehmens mit mehr Kapital (zumindest temporär) aufgehalten werden - was will man uns also damit sagen? Und zweitens: bei Unternehmensgründungen im Software-Bereich (oder allgemeiner überall dort, wo keine großartigen Anlagegüter erworben werden) braucht man 100% Eigenkapital, nicht 15%. Dann wurde die Veranstaltung noch von den Zwischenfragen einer Gründerin gestört, die uns kundtun wollte, wie ungerecht die Welt doch ist und dass man bei so vielen Arbeitslosen doch auch keine zahlungskräftige Kundschaft findet - und das ist ja so gemein… ;-).

Der letzte Workshop, den ich besucht habe, war zum Thema Öffentlichkeitsarbeit - wie komme ich in die Zeitung. Nun, ich will zwar nicht in die Zeitung, sondern in reichweitenstarke Online-Medien, aber trotzdem waren ein paar sehr interessante Tipps enthalten, wie man den Kontakt zu den Redakteuren aufbaut und am Laufen hält.

Apropos Zeitung: Die AZ war wohl die einzige Zeitung, die (kurz) über die Veranstaltung berichtete.

Den gemütlichen Ausklang des Abends bildete ein “Come-Together” in der Fort-Malakoff Bar im Hyatt, mit leckerem kalt-warmen Buffet, Freigetränken und jeder Menge Business-Smalltalk.

Robert wird zum Discount-Blogger

21. September 2006

Robert Basic sucht Schnäppchenjäger. Beziehungsweise Leute, die über das Schnäppchen Jagen bloggen wollen. Auf dem neu eingerichteten Blog Discount News sollen diese Leute als Autoren tätig werden und den Geiz-ist-Geil Discounter immer billiger Kunden Tipps für den nächsten Einkauf geben. Als Belohnung für die Autoren gibt’s eine faire Aufteilung der AdSense-Einnahmen. Und als Blog-Profi wird Robert sicher für den richtigen Traffic sorgen.

Ich werde wohl kein regelmäßiger Leser dieses neuen Blogs werden. Einkaufen ist für mich pure Notwendigkeit, ich will weder stundenlang über ein paar Cent Preisunterschied diskutieren, noch interessieren mich Tchibo-Sonderangebote oder sowas. Weil ich das Zeugs nicht kaufe, wenn’s im Sonderangebot ist, sondern wenn ich’s brauche.

Trotzdem wünsche ich Robert und seinen Co-Autoren natürlich viel Erfolg mit dem Blog und der sicherlich eintreffenden Leserschar tolle Schnäppchen!