Buchrezension: Fun Economy
Kommt nach der New Economy die Fun Economy? Ralf G. Nemeczek betrachtet in seinem Buch die heutigen Arbeitsstrukturen und deren ökonomischen Hintergrund kritisch und predigt eine neue Form des Erwerbslebens, in dem der Mensch im Mittelpunkt steht.
In der Fun Economy kann der Mensch seine Berufung ausleben. Das bedeutet auch, dass dort der Mensch mit seinen Bedürfnissen Vorrang hat vor den streng wirtschaftlichen Aspekten Profit und Effektivität. In Deutschland seien nur 15% der Menschen an ihrem jeweiligen Arbeitsplatz motiviert. Nunja, die Zahl kann ich aus eigener Erfahrung durchaus bestätigen. In großen Unternehmen scheint das fast ein Gesetz zu sein, dass ein motivierter Mitarbeiter 9 unmotivierte mit durchschleppt. In einem StartUp wie Zelfi ist das natürlich ganz anders…
Was ist von diesem Buch zu halten? Es hat etwas stark weltverbesserndes, der Autor zeigt ein Idealbild auf, ohne einen Weg dahin zu skizzieren. Es wäre ja toll, wenn jeder bei der Arbeit Spaß hat. Aber erstmal gibt es genügend wirtschaftliche Zwänge, und zweitens gibt es auch Sch***-Jobs, die nunmal getan werden müssen. Auch ich finde, dass Arbeit Spaß machen soll! Deshalb arbeite ich ja auch nicht mehr als Angestellter in einem großen Konzern, sondern bin selbstständig. Und ich bin auch davon überzeugt, dass es den Angestellten, die ich ja auch habe, ebenfalls Spaß machen muss, damit Sie effektiv arbeiten. Vielleicht macht das Unternehmen auch unterm Strich mehr Gewinn. Die Transformation zu diesem Idealzustand ist aber in den großen Konzernen sehr schwer. Und gerade hier zeigt der Autor keinen gangbaren Weg auf.
Fun Economy von Ralf G. Nemeczek, ISBN 3934424147
bei Amazon kaufen
Buchzusammenfassung bei Shortbooks downloaden