Mit Minimalaufwand zum Minimalziel
Gestern war mal wieder Marathon. Bzw. für mich nur Halbmarathon. Beim Gutenberg-Marathon, der seit 2000 jedes Jahr am Muttertag in Mainz stattfindet, werden 2 Runden gelaufen, so dass man sich netterweise aussuchen kann, ob man denn den ganzen oder “nur” den halben Marathon laufen will. Zwei mal, 2000 und 2002, bin ich schon den ganzen Marathon gelaufen, die restlichen Jahre hatte ich immer eine Ausrede parat. So auch diesmal: ich hatte im November schon fleissig angefangen zu trainieren, bin da schon im Training über 20km am Stück gelaufen, aber dann fing mein linkes Knie an zu zwicken. Statt einfach das Training herunterzufahren, wie man das machen sollte, habe ich ganz aufgehört zu trainieren. Im Januar bin ich noch zweimal kurz gejoggt, aber sonst habe ich kein einziges Mal die Laufschuhe geschnürt. Bis mir letzten Mittwoch einfiel, dass ich ja einen Startplatz für den Mainz-Marathon habe. Naja, da habe ich mir gedacht, so ein halber geht auch ohne großes Training. Mittwoch mal kurz auf der Laufstrecke gewesen und das fühlte sich alles sehr doof und unrund an. Ein paar Meter habe ich geschafft, so ca. 1km denke ich, dann hatte ich keinerlei Motivation mehr. Das ist zum Glück Donnerstag wieder vergangen und ich bin da immerhin 7km gelaufen. Das Laufen war zwar tierisch anstrengend, aber machte schon wieder Spaß. Am Freitag dann ein Last-Minute-Training von 12km eingeschoben. Samstag die Beine gut ausgeruht.
Sonntag fühlte ich mich soweit fit, der Muskelkater vom Training war weg. Also bin ich brav gestartet. Das Wetter war - entgegen allen Ankündigungen - nahezu perfekt, sonnig, aber nicht zu heiss. Im Gegensatz zum ersten Gutenberg-Marathon im Jahr 2000, wo wir uns bei 28 Grad über den Asphalt schleppten. Die ersten Kilometer gingen auch sehr gut, das Laufen fühlte sich echt rund an. Ein paar nette Bekannte auf der Strecke getroffen. So gegen Mitte des Rennens fingen dann die Muskeln an wehzutun. Außerdem bildeten sich unter beiden Füßen jeweils zwei Blasen. Aber das Publikum in Mainz ist so gut drauf, dass die Dich immer anfeuern und so die Schmerzen vergessen lassen. Sogar in Richtung Weisenau, sonst immer der ruhigste Part der Strecke, waren einigermaßen viele Zuschauer. Auf den letzten Metern habe ich noch zwei Freunde getroffen, die ebenfalls mitliefen, und das hat mich motiviert, nochmal bis zum Ende durchzulaufen.
Mein Ziel war es eigentlich, unter zwei Stunden zu bleiben. Das habe ich nicht ganz erreicht. Das Minimalziel - laufend, nicht kriechend im Ziel anzukommen - habe ich jedoch locker geschafft und die 2 Stunden 5 Minuten sind ja auch nicht so weit von dem eigentlichen Ziel entfernt. Was lernen wir draus? Man sollte früher als Mittwoch anfangen zu trainieren…
Weitere Blogs mit Berichten zum Mainz Marathon:
- http://www.ultima-ola.com/2006/05/14/marathon-in-mainz/
- http://fummi.suedblog.de/default/gutenberg-marathon-10.html
- http://myblog.de/marathonmartin/art/3545563

Mehr Fotos auf meiner Homepage:
http://www.andiberg.de/fotos+M5fd0ff5762c.html
Am 23. Oktober 2006 um 13:04 Uhr
Als Schüler bin ich früher auch Marathons gelaufen, allerdings ist damals mein Ziel gewesen, eine gute Note im Sport-Unterricht oder sogar eine zeitlich begrenzte Befreiung zu bekommen. :)