Ignition Mainz 06
Am 7. Oktober fand in Mainz im Hyatt Hotel die Gründermesse “Ignition” statt. Einen Tag lang präsentierten sich zahlreiche Aussteller rund um Gründung, Technologie und natürlich jede Menge Berater. Dazu fanden insgesamt 21 Workshops statt.
Die Ignition habe ich nach 2005 zum zweiten Mal besucht. Wie schon beim letzten Mal sind meine Eindrücke durchwachsen. Die Messe wird veranstaltet von den Wirtschaftsjunioren Mainz, dazu kommt natürlich auch noch die lokale Politprominenz.
Die Aussteller: Technologiezentren Mainz, Ludwigshafen, Banken KfW, ISB, Volksbank, Sparkasse und DeuBa, IHK, Handwerkskammer, diverse Berater und Beratungsunternehmen, Business Angels Koblenz und Rheinhessen, Franchise Netzwerke, und viele mehr - insgesamt 50 Aussteller.
Die Workshops: besucht habe ich “Wie gewinne ich Neukunden”, “Beteiligungskapital”, “Permanentes Sitzen macht uns krank”, “Woran Unternehmen scheitern” und “Öffentlichkeitsarbeit”. Die Qualität der Workshops war sehr durchwachsen - zwei der fünf waren gut.
“Wie gewinne ich Neukunden” war eine recht unterhaltsame, motivierende und durchaus auch lehrreiche Veranstaltung. Der Referent ist ein Verkaufstrainer, sehr energiegeladen - genau so stelle ich mir Verkaufstrainer vor. Auch wenn mir der Inhalt nicht ganz unbekannt war, so ist es doch immer mal wieder gut, sich die wichtigen Dinge des Verkaufens als “Tritt in den Hintern” reinzuziehen.
Der Workshop über Beteiligungskapital war dagegen nichts Neues - all die gegebenen Informationen kann man sich auch in den Broschüren der ISB in einer etwas strukturierteren Form holen.
“Permanentes Sitzen macht uns krank” war eine Werbeveranstaltung eines Bürostuhl-Herstellers zusammen mit einem lokalen Büroausstatter. Ist ja ganz nett, dass es tolle Bürostühle mit ausgefeilter, wirbelsäulengerechter Mechanik gibt. Aber auf einer Gründermesse Bürostühle für € 1.600,- anzubieten, ist irgendwie unpassend. Und die beiden referierenden Damen fielen sich immer gegenseitig ins Wort, also auch rein werbetechnisch halte ich die Veranstaltung für wenig gelungen. Nach dem Vortrag habe ich mal probegesessen - sitzt sich echt bequem und natürlich viel besser als auf unseren alten, klapprigen Drehstühlen aus dem letzten Jahrtausend. Aber da auch meine Nachfrage nach alternativen Finanzierungsformen wie z.B. Leasing auf Unverständnis stiess, kommen diese beiden Damen wohl erstmal nicht mit Zelfi ins Geschäft…
“Woran Unternehmen scheitern - und was man dagegen tun kann” rief direkt am Anfang ein stilles ROTFL in mir hervor. Grund für das Scheitern sei meist eine zu geringe Eigenkapitalausstattung - 15% sollten es schon sein. Also erstens könnte jedes Scheitern eines Unternehmens mit mehr Kapital (zumindest temporär) aufgehalten werden - was will man uns also damit sagen? Und zweitens: bei Unternehmensgründungen im Software-Bereich (oder allgemeiner überall dort, wo keine großartigen Anlagegüter erworben werden) braucht man 100% Eigenkapital, nicht 15%. Dann wurde die Veranstaltung noch von den Zwischenfragen einer Gründerin gestört, die uns kundtun wollte, wie ungerecht die Welt doch ist und dass man bei so vielen Arbeitslosen doch auch keine zahlungskräftige Kundschaft findet - und das ist ja so gemein… ;-).
Der letzte Workshop, den ich besucht habe, war zum Thema Öffentlichkeitsarbeit - wie komme ich in die Zeitung. Nun, ich will zwar nicht in die Zeitung, sondern in reichweitenstarke Online-Medien, aber trotzdem waren ein paar sehr interessante Tipps enthalten, wie man den Kontakt zu den Redakteuren aufbaut und am Laufen hält.
Apropos Zeitung: Die AZ war wohl die einzige Zeitung, die (kurz) über die Veranstaltung berichtete.
Den gemütlichen Ausklang des Abends bildete ein “Come-Together” in der Fort-Malakoff Bar im Hyatt, mit leckerem kalt-warmen Buffet, Freigetränken und jeder Menge Business-Smalltalk.