Kopf oder Bauch

19. April 2006

Heute morgen war ich bei einem Workshop. Titel: Kopf oder Bauch - wer stellt bei Ihnen die Mitarbeiter ein. Nun, da fange ich doch gleich an, mir Gedanken über meine letzten Einstellungen zu machen.

Als erstes muss ich feststellen, dass der Bauch eine Eintrittsbarriere für Bewerber sein kann. Und das fängt bei einem sehr kleinen Punkt an, etwa 4 x 5 cm groß: das Bewerbungsfoto. Ich mache mir echt anhand dieser paar Zentimeter Foto schon ein Bild vom Kandidaten und wenn mir dieses Bild nicht gefällt, dann hat er’s schwer. Nur warum? Ich bilde mir ein, anhand des Fotos abschätzen zu können, was für ein Mensch der Bewerber ist. Bekomme ich eine Bewerbung ohne Foto - was komischerweise immer wieder vorkommt - fällt es mir sehr schwer, seine fachlichen Fähigkeiten beurteilen zu können. Ich muss das Ganze mit einem Bild verknüpft sehen. Dabei ist es nicht unbedingt Sympathie oder Antipathie, sondern eher die Vorstellung, wie so jemand arbeiten würde. Ich lag natürlich auch schon daneben. Kräftig daneben sogar. Aber das lag m.E. eher daran, dass der Bewerber sich für das Foto so zurechtgemacht hat, dass er nicht mehr er selbst war.

Nachdem die Foto-Hürde genommen ist, sehe ich mir dann die harten Fakten an: Lebenslauf, bisherige Stellen, Zeugnisse. Was mich dabei gar nicht interessiert, sind die meist vorhandenen unzähligen Kopien von Realschulabschluss, Abitur, und Vordiplom. Es interessiert mich vielmehr, was für Nebentätigkeiten der Kandidat während des Studiums hatte. Wenn jemand noch keinen anderen Job hatte, als in seinem Heimatdorf zu kellnern, dann will derjenige mir erzählen, dass er sich im Geschäftsleben auskennt? Nö…

Was auch noch sehr wichtig für mich ist: das Anschreiben. Und hier besonders: geht der Kandidat auf die Stellenausschreibung ein? Manchmal tut er das garnicht, sondern es sind Standardformulierungen, die auf jedes Stellenangebot passen. Es gibt aber auch immer wieder so nette Sätze wie “Da ich während des Studiums die Homepage unseres Fachbereichs gepflegt habe, entspricht Ihr Stellenangebot im Bereich J2ME Entwicklung genau meinen Kenntnissen und Vorstellungen”. Wie bitte? Durchgefallen!

Nachdem der letzte Absatz ja schon etwas mehr Kopf war, kommt aber jetzt wieder der Bauch. Wenn sich der Kandidat im Anschreiben und bei den bewerbungsunterlagen “dumm” anstellt, ich aber irgendwie das Gefühl habe, dass er eigentlich pfiffig und begabt, nur in Kommunikationsdingen unerfahren ist (ein “Nerd”), dann hat er trotzdem die Chance, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.

Und beim Vorstellungsgespräch selbst? Meist fällt eine negative Entscheidung innerhalb der ersten 5 Sekunden. Das kann dann wohl nur der Bauch sein… Für eine positive Entscheidung klapper ich dann doch die ganzen Fachkenntnisse ab und frage bewusst auch Dinge, die der Bewerber sehr wahrscheinlich nicht weiss - um zu sehen, wie er sich drumrumredet.

So, da ich dies nun für alle sichtbar niedergeschrieben habe, hoffe ich, dass Bewerber dies vorher lesen und mich entsprechend beeindrucken ;-)).

Mainzer Kletterkiste

19. April 2006

Gestern war ich mal wieder in der Mainzer Kletterkiste. Eine kleine Kletterhalle in Mainz-Mombach, betrieben von der Sektion Mainz des Deutschen Alpenvereins. Irgendwie war ich total schlapp und bin kaum die Wände hochgekommen. Aber Spaß gemacht hat’s trotzdem und ich freue mich schon sehr auf die Freiluftsaison, die ich leider noch nicht eröffnet habe. Aber bald…

About

11. April 2006

Dies ist ein Blog von Andreas Berg und weiteren Mitarbeitern der Zelfi AG. Wir schreiben über das Leben und die Arbeit bei unserem jungen StartUp Unternehmen.

Business Angels

3. März 2006

Guy Kawasaki hat wieder mal einen interessanten Artikel verfasst. Es geht um die Kriterien, die ein Business Angel erfüllen sollte, damit er für den Entrepreneur in Frage kommt (die Gegenrichtung ist bekannterweise ungleich komplizierter…). Für alle, die zu faul sind, das englische Original zu lesen, hier eine kurze Zusammenfassung:

Stelle sicher, dass die Business Angels genug auf der hohen Kante habe. Wenn Du ein armes Großmütterchen überredest, Geld zu investieren, könntest Du im Verlustfall Ärger mit Anwälten bekommen.

Stelle ebenso sicher, dass der Investor unternehmerische Kenntnisse und Fachkenntnisse in Deinem Bereich hat. Reiche Zahnärzte taugen demnach nicht als Investoren, weil sie Dir das Leben aufgrund ihrer naiven Vorstellungen zur Hölle machen werden.

Unterschätze Business Angels nicht. Es ist nicht leichter, geld von einem Business Angel zu bekommen als von einem Venture Capital Unternehmen.

Versuche die Motiviation des Business Angels zu verstehen. Oft wollen gestandene Unternehmer der Gesellschaft etwas zurückgeben und investieren daher in risikoreichere Geschäfte.

Gib den Business Angels ein Stück Jugend zurück, indem Du sie an der Unternehmung teilnehmen lässt. Ein teil der Motivation eines Business Angels ist, dass er (nochmal) etwas aufregendes miterleben will.

Bau das Geschäftsmodell so auf, dass es auch der Ehepartner des Business Angels versteht. Denn er/sie bildet das Investment Comittee.

Wähle bekannte Persönlichkeiten als Investor. Denn das zieht weitere Investoren nach sich.

Sei nett zu den Business Angels. Sie hegen oft väterliche Gefühle für ihre Investments und wollen entsprechend behandelt werden.

PR Arbeit mit openPR

3. Februar 2006

Heute habe ich etwas sehr erfreuliches in der Post gefunden. Zelfi hatte in den vergangenen Wochen ein paar Presseartikel über openPR veröffentlicht. Nun haben wir unseren ersten Abdruck in einem Printmedium erreicht, einer Zeitschrift für das Direktmarketing. openPR scheint also tatsächlich zu funktionieren und man kann sich eventuell die recht teuren Pressemitteilungen über andere Portale sparen.

The Art of Writing Entrepreneur Blogs

4. Januar 2006

Der eindeutig beste Autor eines Blogs für Entrepreneurs ist selber keiner: Guy Kawasaki schreibt Weisheiten aus seinem Leben als Venture Capitalist im Sillicon Valley. Unterhaltsam klärt er seine Leser (oder sollte ich Fans sagen) darüber auf, was bei Gründung, Finanzierung, Kooperationen und so weiter zu beachten ist. Auch wenn er manchmal etwas übertreibt, ist an seinen Artikeln immer etwas dran und das Ganze ist für mich als Entrepreneur (und als Entrepreneur-Blog-Schreiber) recht lehrreich.

Guy Kawasaki ist außerdem der Autor von “The Art of the Start“, für welches ich hier mal ungeniert werben möchte.

Frohe Weihnachten

24. Dezember 2005

Ich wünsche allen meinen Lesern ein frohes Weihnachtsfest und ein paar erholsame freie Tage.

Internet Jobbörsen…

15. Dezember 2005

… aus Arbeitgebersicht. Für Zelfi suche ich weitere Mitarbeiter, erstmal Praktikanten. Für ein Unternehmen, welches im weiteren Sinne im Internet-Umfeld arbeitet (die Handys sind ja schliesslich auch nur Internet-Endgeräte, mit denen man halt auch telefonieren kann), bietet sich natürlich auch die Stellenausschreibung im Internet an.

Als alter Hase im Internet ist man natürlich gewohnt, irgendwo ein Online-Formular auszufüllen, seine Kreditkartennummer anzugeben, und schon hat man eine Stellenausschreibung geschaltet. So leicht machen es einem aber die großen Online-Jobbörsen nicht. Nein, sie bieten sogar kostenlose Stellenanzeigen für Praktikumsplätze an. Aber der Weg dahin…
Marktführer Monster kommt dem Wunschszenario anfangs recht nahe. Ein Express Posting kann man über ein Web-Formular eingeben. Nach vielen vielen Eingabemasken erscheint eine Vorschau der Stellenanzeige. Stimmt noch ‘ne Kleinigkeit nicht, also nochmal auf “Bearbeiten”. Damit landet man wieder in der ersten Maske, korrigiert den Fehler, dann Speichern. Woraufhin man den ganzen langen Weg durch die Masken nochmal gehen muss, bis man am Ende dieses Weges erneut die Vorschau anschauen kann. Nun sagt vielleicht der eine oder andere Leser, dass man halt von Anfang an alles richtig machen muss, dann ist’s kein Problem. Würde ich auch, wenn denn dokumentiert wäre, was für HTML-Tags man in der Anzeige nutzen darf. Trial-and-Error durch diesen langen Maskenkorridor macht nicht wirklich Spaß. Aber schliesslich hat’s geklappt.

Stepstone gestaltet sich ähnlich wie Monster. Aber dann? Trotz angeblich kostenloser Stellenanzeige für einen Praktikumsplatz erscheint ein Preis? Nachgefragt - jaja, das wäre ok, das würde nicht berechnet. Ok, glaube ich Ihnen mal.

Jobscout24 bietet ebenfalls kostenlose Praktikaanzeigen. Flugs online registriert, um dann festzustellen, dass es keinerlei Eingabemöglichkeiten für die Praktikaanzeigen gibt. Nach einer halben Stunde Suche mal den Support angerufen. Die Anzeige müsste ich per Email aufgeben. Aha… Na gut, gesagt, getan. Man hat da natürlich dann keine Möglichkeit, das Ganze zu kontrollieren und Feintuning zu betreieben. Finde ich echt schwach.

Unister ist ein Portal speziell für Studis, inklusive kostenpflichtiger Praktikumsanzeigen. Ich wollte dort eine aufgeben, aber die Registrierung funktioniert nicht und auf Email- und Telefonanfragen meldet sich auch keine. Ok, wenn die kein Geld verdienen wollen…

Die Resonanz und die Qualität der Bewerbungen war bei Monster am besten. Werde also wohl da die zukünftigen Anzeigen schalten und mit dem seltsamen Eingabeformularen leben…

Networking mit openBC ganz unvirtuell

4. November 2005

openBC ist eine Netzwerkplattform im Internet. Auch ich habe mich dort schon vor langer Zeit eingetragen. Gestern abend habe ich aus diesen virtuellen Kontakten dann auch mal reale werden lassen und bin zu einem Treffen der openBC Gruppe “mainz 05″ gegangen. Getroffen haben wir uns auch in einem ganz realen unternehmerischen Umfeld, nämlich in einer Druckerei. Bei Sekt und Schnittchen ergab sich dort die Gelegenheit zum Netzwerken und ich habe einige interessante Personen kennengelernt. Da ich mit der Unternehmensgründung von Zelfi auch einiges zu erzählen habe, war die Kontaktaufnahme recht leicht. Ich kann nur empfehlen, an solchen Treffen mal teilzunehmen. Das eigene Netzwerk zu vergrößern bzw. qualitativ aufzuwerten gehört schliesslich zu den wichtigsten Aufgaben eines Unternehmers.

Lexware Financial Office Plus

2. November 2005

Ja, ich bin jetzt auch besitzer besagten Software-Paketes. Bei der letzten Firma haben wir die ganze Buchhaltung schön an den Steuerberater ausgelagert. Was prinzipiell eine tolle Sache ist, aber auch ein paar Nachteile hat. Man hat die Belege nicht im Haus und kann daher nicht mal schnell was nachschauen. Es sei denn, man macht sich von allem eine Kopie. Außerdem hinkt die Buchhaltung dem Geschäftsverlau um Monate hinterher, weil das Hin- und Herschicken der Belege und der daraus resultierenden BWAs doch so seine Zeit braucht.

Also hatte ich die tolle Idee, das Ganze für Zelfi vorerst selbst zu erledigen und bin nach einiger Überlegung auf die offensichtliche Idee gekommen, die Software des Marktführers dazu zu benutzen. Nun muss ich bei der ersten Benutzung feststellen, dass das alles gar nicht so einfach ist. Was sicherlich vor allem daran liegt, dass ich keine Ahnung habe. Aber ich bin ja lernwillig und würde mir diese Ahnung gerne aneignen.

Die Handbücher zu Lexware sind ja durchaus umfangreich. Zum Lexware Buchhalter, einem Teil dieses Programmpaketes, gibt es ein Lehrbuch und ein Benutzerhandbuch. Ersteres beschreibt die graue Theorie der Buchaltung, letzteres detailiert, wie man auf einen Button klickt. Dazwischen klafft eine sehr sehr große Lücke. Aber die ersten Buchungen sind inzwischen erledigt und ich bin zuversichtlich, dass ich das irgendwie hinkriege.